Airbrush-Tipps: Der Profi-Farbauftrag für Modellbau und Modellbahn

 

Was genau ist Airbrush?

Es handelt sich bei airbrush, wörtlich „Luftpinsel“ oder „Luftdruckpinsel“, um eine Maltechnik, die den Farbauftrag über eine Spritzpistole vornimmt. Die eigentliche Spritzpistole ist dabei etwa so groß wie ein Kugelschreiber, die Druckluft wird in aller Regel durch einen Kompressor erzeugt.

Vorteile der Airbrush-Technik ist die Möglichkeit, einen sehr gleichmäßigen Farbauftrag auf Flächen sowie auch feinste Farbverläufe zu kreieren. Daher wird die Airbrush-„Spritzpistole“ nicht nur bei der professionellen Lackierung beispielsweise von Fahrzeugen eingesetzt, sondern diese Lackiertechnik hat auch beim Modellbau- und Modellbahn-Hobby einen großen Stellenwert.

Grundlegende Unterscheidung: Single-Action und Double-Action

Wer sich mit Airbrush beschäftigt, stößt schnell auf die Begriffe „Single-Action“ und „Double-Action“, die zwei unterschiedliche konstruierte Spritzpistolen bezeichnen. Beim Single-Action-System werden Luft und Farbe vor der Luftdüse vermischt, also außerhalb der Spritzpistole.

Während des Farbauftrags findet nur eine Regelung der Druckluftmenge über den Bedienhebel statt. Hingegen bietet Double-Action-Airbrush während des Farbauftrags eine getrennte Regelung für die Druckluft und die Menge der Farbzufuhr. Double Action ist prinzipiell teurer und schwieriger zu handhaben, bietet aber auch das Potential für professionellere Ergebnisse und flexiblere Anwendung.

Tatsächlich spielen am Markt praktisch nur noch Double-Action-Pistolen eine Rolle. Für eine gute Double-Action-Pistole eines Markenherstellers sind rund 80 Euro zu investieren, das teuerste Bauteil eines Airbrush-Systems ist allerdings der Kompressor. Denn einfache, aber meist auch laute Kompressoren sind zwar unter 100 Euro zu haben, leise, leistungsfähige und kleine Kompressoren gibt es aber erst ab rund 200 Euro.

Vorteile der Airbrush-Technik

Airbrush gehört zu den besten und wichtigsten Methoden bei der Lackierung von Modellbau- und Modellbahn-Gebäuden und -Fahrzeugen. Der Grund hierfür liegt in diversen Vorteilen dieser Technik gegenüber klassischen Methoden des Farbauftrags wie Pinsel oder Dosenlacke.

An Vorteilen ist insbesondere zu nennen, dass sehr dünne Lackschichten mit hoher Festigkeit möglich sind, die Auswahl an Farben praktisch unbeschränkt ist, Effekte und Verläufe erzeugt werden können und bei Farben auf Wasserbasis auch keine Geruchsbelästigung die Arbeit stört.

Gibt es auch Nachteile? Von den Anschaffungskosten abgesehen hat Airbrush keine spezifischen Nachteile, lohnt allerdings nur bei tatsächlich häufigerem Gebrauch. Zudem ist eine sorgfältige Reinigung der Druckluftpistole nach jedem Gebrauch unabdingbar.

1. Übung macht den (Airbrush-)Meister

Das Spritzbild einer Airbrush-Pistole hängt ganz entscheidend vom Typ und der Qualität der verwendeten Düse ab. Es ist daher immer zu empfehlen, die konkreten Eigenschaften der Pistole durch Tests herauszufinden. Gehen Sie mit der Airbrush nah an das zu lackierende Objekt heran, gibt es einen schmalen Farbauftrag.

Halten Sie einen größeren Abstand, dann gibt es einen breiteren Farbauftrag. Sollen Flächen gleichmäßig lackiert werden, daher einen etwas größeren Abstand halten. Am besten probieren Sie das zuerst an unwichtigen Testobjekten aus. Übung macht den Meister gilt ganz besonders auch beim Airbrush!

2. Trocknungsdauer und Abstand zum Objekt

Da Airbrush-Farbe sehr dünn vernebelt wird, trocknet sie sehr schnell. Ist der Abstand zu groß und die Temperatur zu hoch, kann die Farbe schon mehr oder weniger angetrocknet auf das zu lackierende Teil treffen und haftet dann nicht mehr. Der Abstand ist entscheidend: Sie erreichen einen haftenden Farbauftrag nur mit dem richtigen Abstand von der Airbrush-Pistole zu Ihrem Werkstück.

3. Altern mit Mattfarben

Möchten Sie ein Teil altern sollten Sie Mattfarben benutzen. Bei geringem Druck und dickflüssiger Farbe beginnt die Airbrush-Pistole zu spucken. So könnten Sie beispielsweise Dreckspritzer an einem Fahrzeug imitieren. Fahrzeuge zeigen, vor allem im Fahrwerksbereich, Öl- und Rostspuren und Ablagerungen von Bremsstaub, an Schüttgut- und Kesselwagen hinterlassen Be- und Entladung ihre Reste.

Dampf- und Dieselloks verschmutzen mit Ruß und Abgasen nicht nur das eigene Dach. Auch Anfänger des „Luftpinsels“ kommen beim Altern mit der Airbrush zu guten Ergebnissen, besonders, wenn es nicht auf flächig deckende, gleichmäßige Lackierungen, sondern lediglich um Abstumpfung von Plastikglanz oder bewusst fleckige Stellen geht.

Verwenden Sie dazu dunkle Farben wie z. B. sepia, umbra, oliv oder schwarz. Bei einer Double-Action Airbrush-Pistole sollten Sie viel Luft zugegeben.

4. Bausätze lackieren

Bei Bausätzen ist es günstig, die Einzelteile noch am Spritzast zu lackieren. Dadurch entfällt die Frage, wie man das betreffende Teil beim Lackieren festhalten soll. Die zu lackierenden Teile sollten generell fusselfrei, fettfrei und sauber sein, weil die Farbe sonst nicht hält oder schon beim Lackieren für hässliche Effekte sorgt.

5. Werkteile grundieren

Farben auf Wasserbasis sind für Kunststoffe nur bedingt geeignet, weil sie schwieriger in der Anwendung sind. Die Werkteile müssen daher erst grundiert werden. Da Farben auf Wasserbasis schlechter decken, sollte die Grundierung weiß sein.

6. Maskierfolien nutzen

Sollen Teile nicht lackiert werden, dann gibt es im Künstlerbedarf oder Bastelgeschäft spezielle Maskierfolien. Das sind selbstklebende Folien, mit denen die nicht zu lackierenden Bereiche abgeklebt werden. Die Maskierfolie muss an den Rändern fest aufliegen, weil sonst die Farbe unter die Ränder kriechen kann und dann gibt es keine sauberen Kanten.

7. Die richtige Reinigung der Airbrush-Pistole

Richten Sie sich zum Reinigen Ihrer Airbrush-Pistole nach der Anleitung. Zwischen zwei verschiedenen Farben reicht es aus, wenn Sie zwei Pipetten voll Verdünner durch die Airbrush-Pistole spritzen. Möchten Sie Ihre Arbeit unterbrechen, sollten Sie Ihre Airbrush-Pistole unbedingt komplett reinigen. Bei den Geräten mit Innenmischung bzw. bei den Double-Action-Geräten muss dabei auch die Düsennadel vorsichtig entfernt und gereinigt werden.

(c) Rudolf Ring

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